Starker Partner in Asien: Ein Meilenstein in den Beziehungen zu Indien

Bundeskanzler Christian Stocker mit dem indischen Premierminister Narendra ModiBundeskanzler Christian Stocker beim Arbeitsbesuch in Indien mit dem indischen Premierminister Narendra Modi.

Mit seiner Reise nach Indien in der vergangenen Woche hat unser Bundeskanzler Christian Stocker ein klares außenpolitisches Signal gesetzt. Als erster österreichischer Bundeskanzler seit über 40 Jahren war er in Indien zu Gast und hat damit deutlich gemacht, dass Österreich seine Beziehungen zu einem der wichtigsten politischen und wirtschaftlichen Akteure der Welt gezielt vertiefen will. Nach dem Besuch von Premierminister Narendra Modi in Wien im Sommer 2024 war diese Reise der nächste konsequente Schritt, um die seit mehr als 75 Jahren bestehenden Beziehungen weiter auszubauen.

Unser Bundeskanzler ist nicht allein nach Indien gereist, sondern gemeinsam mit Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer und einer hochrangigen Delegation aus rund 60 österreichischen Unternehmen sowie Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft und Forschung. Im Mittelpunkt stand dabei der Ausbau der bilateralen Beziehungen in zentralen Zukunftsbereichen. Denn Außenpolitik muss Türen öffnen, verlässliche Rahmenbedingungen schaffen und neue Möglichkeiten für unsere Unternehmen, unsere Forschung und unseren Arbeitsmarkt erschließen.

Indien ist heute nicht nur die größte Demokratie der Welt, sondern mit einem Wachstum von rund sieben Prozent auch die am stärksten wachsende Volkswirtschaft unter den G20-Staaten. Mit beinahe 1,5 Milliarden Menschen, hoher Wachstumsdynamik und gewichtiger geopolitischer Bedeutung ist das Land ein Schlüsselpartner. Denn wer Österreichs Wohlstand, Wettbewerbsfähigkeit und internationale Handlungsfähigkeit sichern will, muss Beziehungen zu starken Partnern aktiv ausbauen.

Schon heute ist Indien für Österreich einer der wichtigsten Handelspartner außerhalb der Europäischen Union. Der bilaterale Handel hat sich in den vergangenen zehn Jahren auf beinahe drei Milliarden Euro verdoppelt. Rund 160 österreichische Unternehmen sind im Land aktiv, vor allem in den Bereichen Halbleiterproduktion, erneuerbare Energien, Automotive, Messtechnik und Infrastruktur. Dieses breite Engagement zeigt, dass unsere Partnerschaft bereits auf einem starken Fundament steht. Gleichzeitig ist klar: Das Potenzial ist noch lange nicht ausgeschöpft.

Ein zentraler Programmpunkt war der India-Austria Business Summit in Neu-Delhi, den unser Bundeskanzler gemeinsam mit Wirtschaftsminister Hattmannsdorfer und dem indischen Handels- und Industrieminister, Piyush Goyal, eröffnet hat. Solche Formate sind entscheidend, weil sie politische Gespräche mit konkreten wirtschaftlichen Möglichkeiten verbinden. Genau dort können unsere Unternehmen mit Innovationskraft, technologischem Know-how und höchster Qualität ansetzen. Diese Eigenschaften machen österreichische Unternehmen international zu so gefragten und verlässlichen Partnern.

India-Austria Business Summit in Neu-Delhi
India-Austria Business Summit in Neu-Delhi

Für uns ist klar: Gerade in einer Welt, in der internationale Abhängigkeiten neu bewertet werden, ist eine breitere wirtschaftliche Aufstellung entscheidend. Deshalb ist auch das Freihandelsabkommen zwischen der EU und Indien von großer Bedeutung. Für ein exportorientiertes Land wie Österreich ist fairer Freihandel auf Augenhöhe keine Nebensache, sondern eine wirtschaftspolitische Notwendigkeit. Im Zuge der Reise wurde daher auch ein Fast-Track-Mechanismus für österreichische und indische Unternehmen auf den Weg gebracht. Damit sollen Probleme bei Investitionen und im Geschäftsalltag rascher gelöst und der gegenseitige Marktzugang erleichtert werden.

Der indische Handels- und Industrieminister Piyush Goyal und Bundesminister Wolfgang Hattmannsdorfer bei der Pressekonferenz zur Unterzeichnung des Filmabkommens.
Der indische Handels- und Industrieminister Piyush Goyal und Bundesminister Wolfgang Hattmannsdorfer bei der Pressekonferenz zur Unterzeichnung des Filmabkommens.

Zusätzlich wurden mehrere konkrete Vereinbarungen und Initiativen auf den Weg gebracht: ein Filmkoproduktionsabkommen, eine Absichtserklärung zur dualen Berufsausbildung und zur Anerkennung beruflicher Qualifikationen, eine Vereinbarung zur Lebensmittelsicherheit sowie neue Formate in den Bereichen Bildung, Forschung, Start-ups, Cybersecurity und Hochtechnologie. Dazu kommen eine vertiefte Zusammenarbeit im Wissenschaftsbereich, neue Impulse in der Quantenforschung und eine stärkere Vernetzung technischer Universitäten.

Die Reise hat aber auch gezeigt, dass unsere Partnerschaft mit Indien weit über die Wirtschaft hinausgeht. Unser Bundeskanzler Christian Stocker und Premierminister Narendra Modi haben sich zu einer regelbasierten internationalen Ordnung bekannt und betont, dass Frieden in internationalen Konflikten nur am Verhandlungstisch erreicht werden kann. Denn für uns ist klar: In einer Zeit, in der sich Machtzentren verschieben und globale Konflikte komplexer werden, sind Stabilität, Vertrauen und verlässliche Partnerschaften keine Floskeln, sondern eine strategische Notwendigkeit.

Ein weiterer Schwerpunkt war die Vertiefung der sicherheitspolitischen Zusammenarbeit. Dazu zählen ein intensiverer strategischer Dialog im Verteidigungsbereich, eine gemeinsame Arbeitsgruppe zur Terrorismusbekämpfung sowie eine engere Kooperation bei Prävention und Austausch. Sicherheit endet heute nicht an Staatsgrenzen. Wer internationale Verantwortung ernst nimmt, muss auch bei neuen Bedrohungen, bei Resilienz und bei strategischer Zusammenarbeit mitdenken.

Darüber hinaus lag ein Schwerpunkt auf Zukunftsthemen wie Energie- und Versorgungssicherheit. Gerade Kooperationen im Bereich der erneuerbaren Energien, bei Pumpspeicherprojekten oder in Zukunftsfeldern wie dem Transport von grünem Wasserstoff zeigen, wo die gemeinsamen Interessen liegen. 
Ein sichtbares Zeichen für die Vertiefung der Beziehungen ist auch die Eröffnung des neuen Honorarkonsulats in Bengaluru. Damit wird das österreichische Vertretungsnetz in Indien weiter gestärkt und unsere Präsenz vor Ort ausgebaut.

Für uns als Volkspartei steht fest: Solche Reisen sind kein Selbstzweck. Sie dienen dazu, Arbeitsplätze in Österreich zu sichern, neue Märkte zu erschließen, unsere Unternehmen zu stärken und unser Land strategisch breiter aufzustellen. Die Reise unseres Bundeskanzlers nach Indien war deshalb ein voller außenpolitischer Erfolg. Sie hat gezeigt, dass Österreich auch jenseits Europas selbstbewusst auftreten und starke Partnerschaften für die Zukunft schmieden kann. Genau so geht moderne Außenpolitik im österreichischen Interesse!

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